Ein Tag in Amsterdam

"Wie? Du warst noch nie in Holland?" Richtig. So nah, aber bisher hatte ich noch nicht die Möglichkeit. Bis jetzt! Endlich ergab es sich, dass ich gemeinsam mit Freundinnen diese tolle Stadt kennenlerne, die so nah zu Deutschland liegt und doch eine andere Welt ist. Anders, hipper, nasser. Und so viele Möglichkeiten, wie man Tage füllt. Wir entschieden uns dafür, uns durch die Stadt treiben zu lassen und das mitzunehmen, was uns begegnet - und das hat sich gelohnt.

 

 

Brunch im CT Coffee & Coconuts

 

Das erste, was mir im CT Coffee & Coconuts im Stadtteil De Pijp auffiel: die gigantische Kuchentheke. Das zweite: ein Surfbrett an der Wand. Und so hatte das Café schnell mein Herz gewonnen. Das ehemalige Kinogebäude ist zwar groß und bietet einer Vielzahl von Leuten auf drei Etagen Platz. Durch gemütliche Couches, Sitzkissen und offene Treppen wirkt es aber trotzdem enorm gemütlich. Wir mussten kurze Zeit warten, damit ein Tisch frei wurde, aber das Warten lohnt sich! Nachdem wir uns den Tisch schnappten und die Karte aufschlugen, wurden wir begeistert von der Auswahl an Smoothies und Säften. Ich entschied mich schnell für CT's Coconut Dream: Mango, Banane, Kokosnusswasser, Gurke, Zitrone und Kokosnusszucker - gute Entscheidung! Nicht nur die Säfte sind hervorragend, auch die Frühstücksauswahl ist großartig. Granola, Porridge, Pancakes, Rührei auf Sauerteigbrot mit Avocadocreme... ich komme gerade wieder ins Schwärmen! Da Frühstück mit Abstand meine Lieblingsmahlzeit ist, hätte ich die Karte von oben bis unten durchprobieren können...

 

 

Aber wir wollten ja auch etwas von der Stadt sehen. Mit vollgeschlagenen Bäuchen machten wir uns also auf unseren Stadtspaziergang. Von De Pijp schlenderten wir vorbei am Albert Cuyp Markt Richtung westliches Grachtenviertel. In De Pijp gibt es zahlreiche kleine Modeboutiquen, die für Fashion Junkies eine wirklich schöne Auswahl bieten, abseits von den in der Altstadt auffindbaren Mainstreammarken wie H&M und Zara. Auch wunderschöne Einrichtungsgegestände und Deko findet man hier.

Im Grachtengürtel angekommen, bogen wir in die Prinsengracht ein. Ich kam kaum aus dem Staunen heraus. Die vielen schmalen Häuser an den Kanälen, wie sie schief und krumm stehen und aussehen, als könnten sie jederzeit nach vorne kippen, sind einfach einzigartig. Der Reiseführer sagt, die Häuser wurden mit vielen großen Fenstern gebaut, um das Gewicht auf dem weichen Boden so gering wie möglich zu halten. Wer mehr über die Geschichte der Grachten erfahren will, sollte auf jeden Fall im Museum Grachtenhuis vorbeischauen.

 

 

Dutch Gold

 

Was jeder Deutsche unweigerlich mit Holland verbindet, ist natürlich Gouda! Den findet man in Amsterdam auf jeden Fall. Wir wurden magisch angezogen von der Amsterdam Cheese Company (Ecke Leidsestraat und Herengracht), verkosteten jegliche Variationen des Gouda - wie unter anderem Wasabi Gouda, Trüffelgouda aus Ziegenmilch, 12 Monate gereiften Gouda, 24 Monate gereiften Gouda, Paprika Gouda, Chili Gouda,... - und betrieben hier erstmal Souvenirshopping. Die Käsestücke sind bei der Amsterdam Cheese Company alle vakuumverpackt und somit ideal für den Transport im Flugzeug.

 

 

Weiter ging es nun an der Herengracht entlang bis zur Raadhuisstraat. Wir bogen links ab und kamen vorbei an der Westerkerk und dem Anne Frank Haus. Das Anne Frank Haus ist wohl mit Abstand das größte Highlight für alle Touristen in Amsterdam. Vor dem Haus war eine so lange Schlange, dass wir nicht lange überlegten, ob wir uns anstellen oder nicht. Mein Tipp: Tickets im Voraus unter www.annefrank.org bestellen und auch das weit im Voraus. Wir hatten es ein paar Wochen vorher versucht und haben schon nichts mehr bekommen.

Wir quetschten uns also durch die Menschenmasse und schlugen den Weg zum Lindengracht-Markt ein. Der Markt hat samstags bis 16 Uhr geöffnet und man findet alles, was man auf einem Markt erwartet und noch ein bisschen mehr! Neben Obst und Gemüse, Fleisch und Käse, Tulpen, Tulpen und Tulpen gibt es auch Taschen und Anziehsachen und den ein oder anderen Schmuckstand.

 

 

Nachteinbruch auf dem Boot und Veggie-Dinner

 

Nach einem aufwärmenden Tee in einem der zahlreichen Cafés in der Nähe des Marktes, wollten wir den Sonnenuntergang (also besser gesagt die Dämmerung, denn die Sonne versteckte sich den ganzen Tag) vom Boot aus sehen. Unsere Ungeduld strafte uns - wir nahmen den erstbesten Anbieter, den wir auf der Straße fanden und bezahlten 14 Euro für eine Kanalfahrt, die etwas mehr als eine Stunde dauerte, deren Audioguide aber nur etwa 10 Prozent der gesamten Fahrt sprach. Besser wäre es gewesen, einen der Anbieter direkt am Hauptbahnhof zu nehmen. Hier gibt es zum Beispiel auch Eco Tours, die kleinere Boote haben, mit denen man auch in kleinere Kanäle fahren kann. Darüber hinaus ist der Bootsfahrer der Guide, das heißt, man hört kein vom Band gesprochenem Audioguide zu!

Dennoch genossen wir die Kanaltour und die Sicht auf die schiefen Häuser vom Wasser aus. Sobald es dunkel wurde, gingen auch die Lichter an den Brücken an und es entstand nochmal ein ganz anderes Ambiente in der Stadt.

 

 

Auf dem Weg zu unserem Dinner Place wollten wir noch ein paar Meter durch die Altstadt spazieren. Kleine hübsche Gassen, unzählige argentinische Steakhäuser und ein Waffelverkauf neben dem nächsten - verhungern wird man hier nicht! Unser Spaziergang durch die Altstadt führte vorbei am Königspalast und dem Dom. Auf dem Domplatz schauten wir uns zunächst einmal verwirrt um und versuchten auszumachen, welches Gebäude nun was ist! Denn der Königspalast sieht aus wie alles andere, aber nicht wie ein Palast! Im Gegensatz dazu beeindruckt das sich dahinter befindliche Einkaufszentrum Magna Plaza viel mehr... Vielleicht sollte man sich das ganze nochmal von innen ansehen und wird dann auch von königlichem Ambiente überzeugt!?

 

Unser Ziel für den Abend war das Guts & Glory, das ein vegetarisches Überraschungsmenü bereithielt. Das Restaurant ist etwas teurer, doch der Trip war ein besonderer Anlass und wir freuten uns auf einen besonderen Abend. Und das Essen war ebenfalls besonders - besonders hervorragend! Ich esse ja viel Gemüse und hauptsächlich vegetarisch und auch in unterschiedlichen Variationen - aber dieses Menü war der absolute Hammer. Jeder einzelne Gang war überragend und nach dem vierten Gang waren auch die Sorgen vergessen, dass wir vielleicht nicht satt werden könnten. Unbedingt besuchen!

 

Nach diesem Tag und einem laaaangem Abendessen mit viel leckerem Wein verwarfen wir die Idee, noch eine der vielen Bars der Stadt auszuprobieren sondern fielen erschöpft in unsere Betten... Mein persönliches Fazit: Amsterdam ist eine wunderschöne Stadt, die ich auf jeden Fall ein zweites Mal besuchen werde. Ich liebe es, mich beim ersten Besuch einer Stadt einfach treiben zu lassen und auf eigene Faust zu entdecken, was die Stadt alles bietet. Beim nächsten Mal werde ich dann bestimmt auch das ein oder andere Museum von innen besuchen!

 

 

Kennt ihr Amsterdam? Was sind eure Highlights der Stadt? Habt ihr Geheimtipps?

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Kommentare: 2
  • #1

    Cornelia (Donnerstag, 14 April 2016 13:28)

    Van Gogh Museum! Sau teuer mit Audioguide aber für mich das weltweit beste Museum :)
    Ansonsten Pancakes im The Happy Pig und Apfelkuchen im Winkel43.

  • #2

    Marit (Freitag, 15 April 2016 23:09)

    Hallo Cornelia! Das Van Gogh-Museum steht für meinen nächsten Besuch auf jeden Fall auf dem Programm! Und Pancakes und Apfelkuchen klingt auch toll!!