Kokosnussbrot und frischer Hummer: Corn Islands

Für 82 Dollar pro Flug kommt man von Nicaraguas Hauptstadt Managua mit der hiesigen Airline La Costena ins Paradies: Die Karibikinseln Big Corn Island und Little Corn Island liegen circa 70 Kilometer vom Festland entfernt im karibischen Meer.

Mit der kleinen Propellermaschine landet man auf Big Corn Island - auf dem kleinsten Flughafen, den ich je gesehen habe. Nach Little Corn fährt morgens um 10 Uhr ein Panga für etwa fünf Dollar, nachmittags gibt es eine weitere Überfahrt um 16:30 Uhr. Ob das Motorboot pünktlich losfährt, hängt allerdings stark vom Wellengang ab. Ebenfalls vom Wellengang abhängig: die Menge an Wasser, die über die Reling auf die Touristen spritzt. Dies kann unter Umständen auch mal so viel sein, dass man auf der anderen Insel klitschnass ankommt. Ein Tipp für die Überfahrt: Setz dich in die dritte Reihe von vorne in die Mitte. Hier bekommt man die geringste Kombination aus Meerwasser und starkem Aufsetzen des Bootes ab und kleines Gepäck lässt sich wunderbar zwischen den Füßen platzieren, sodass man kein Trinkgeld für eine sichere Verstauung des Gepäcks bezahlen muss.

 

 

Wir blieben eine Nacht auf Big Corn Island. Nachdem wir unser Hotelzimmer bezogen hatten (hier gönnten wir uns ein kleines bisschen mehr Luxus im Paraiso Beach Hotel, welches unseren ersten Eindruck der wunderschönen Insel mit der wunderschönen Anlage verstärkte), machten wir uns auf den Weg, die Umgebung zu erkunden. Direkt vor dem Hotel fanden wir den weißen Sandstrand, von Palmen gesäumt und mit alten Fischerbooten geschmückt. Für alle Sonnenuntergangsromantiker: Hier ist dein neuer Lieblingsplatz.

 

 

Auf der in der Vergangenheit durch Großbritannien kolonialisierten Insel spürt man deutlich den karibischen Einfluss. Die Einheimischen sprechen englisch und spanisch, viele aber auch die Sprache der Ureinwohner, Miskito. Sowohl im Englischen als auch im Spanischen sind die Wörter von einem starken Dialekt geprägt, so dass ich trotz Sprachkenntnissen Schwierigkeiten hatte, die Einwohner zu verstehen. 

 

 

Für Little Corn Island hatten wir zwei Nächte geplant. Während der Reise durch das Festland hatten wir mehrere Male den Tipp bekommen, eine Cabaña im Lighthouse zu mieten. Das Lighthouse gehört zwei französischen Zwillingsbrüdern, die ihren Traum leben, die sich liebevoll um ihre Gäste kümmern und einen unglaublich guten Koch (unbedingt Hummer probieren - wo sonst auf der Welt bekommt man frischen Hummer aus dem Meer für 10 Dollar??) engagiert haben. Es befindet sich auf dem höchsten Punkt der Insel, somit ist der Weg dorthin etwas beschwerlich, wird aber mit einem wunderschönen Ausblick über die Insel bis hin zum Meer belohnt. 

 

 

Auf Little Corn Island gibt es keine motorisierten Fahrzeuge. Es gibt keine Straße, lediglich ein Stück asphaltierter Weg führt durch das Dorf. Die 700 Einwohner sind enorm touristenfreundlich - jeder wird freundlich begrüßt, angelächelt. Die Insel lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden, kleine Trampelpfade führen im Zweifel immer wieder zurück ins Dorf. Kokosnusspalmen sieht man, soweit das Auge reicht - kein Wunder, dass man hier nicht nur leckeres Kokosnusswasser trinken (zum Beispiel im Café Desideri), sondern auch Kokosnussbrot verkosten kann.

 

Die Lighthouse-Brüder organisieren auf Wunsch einen Schnorchelausflug, inklusive Ausrüstung und Guide, für 20 Dollar pro Person (laut ihrer Aussage kostet der Ausflug im Dorf 25 Dollar, überprüft haben wir das nicht). Vor allem für den Guide waren wir sehr dankbar - ohne seine Hilfe hätten wir vermutlich weder die zahlreichen riesigen Muscheln und die bunten Seesterne gesehen noch die Tigerhaie und Stachelrochenfamilie. Wir zahlten den Preis direkt an den Guide, so ist auch transparent, dass sich die Unterkunft nicht selbst noch etwas in die Tasche steckt.

 

 

Little Corn Island ist ein Traum, es ist das Paradies für alle, die Ruhe und Strand und wie ich Palmen lieben! Gut nachvollziehbar, dass sich immer mehr Menschen hier absetzen und ihr eigenes kleines Hotel aufmachen!

 

Meine persönlichen Learnings von unseren drei Tagen auf den Inseln:

Die Inselbewohner machen den Eindruck als wissen sie, wie sie trotz - oder gerade wegen? - der Abgeschiedenheit vom Festland ein paradiesisches Leben leben. Sie scheinen ihre Inseln zu lieben und sind stolz auf die Schönheit der Natur. Für sie spielt Hektik und Konsum keine Rolle - solange es Essen, Bier und Musik gibt und es der Familie gut geht, geht es einem selbst auch gut.

Und negatives? Ja, das gab es natürlich auch. An den Weg- und Straßenrändern findet man überall Müll. Plastiktüten, Chipsverpackungen, Glasflaschen. Leider scheint es noch an Motivation zu mangeln, die Schönheit aufrecht zu erhalten. Vermutlich ist das zurückzuführen auf das möglicherweise fehlende Wissen darüber, was der Plastikmüll mit der Natur macht und wie gefährlich er für die tierischen Bewohner der Insel und des Meeres ist. Bleibt die Frage: Wessen Auftrag ist die Bildung der Einwohner?

Ein weiterer Punkt ist auch wieder mal das Für und Wider zum Thema Tourismus. Die Nachfrage steigt, der Wasservorrat allerdings nicht. Es ist absehbar, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis das saubere Trinkwasser der Insel für Einwohner und Touristen reichen wird. Pluspunkt für das Lighthouse: Die Brüder und der Manager achten sehr sorgfältig auf einen geringen Wasserverbrauch und weisen wo es nur geht darauf hin!

 

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