Hiking am Lago Maggiore

 

Sonnenschein, Wasser mit einer Bergkulisse im Hintergrund und traumhafte Wanderwege - ich konnte mir nichts schöneres vorstellen, als wir uns mit Sack und Pack auf den Weg Richtung Süden machten, nachdem ich kurz zuvor meinen Job gekündigt hatte. Eine Woche Dolce Vita und ein guter Mix aus Bewegung und Entspannung - die Vorfreude war groß. Mit der Fahrt kam leider auch der Regen, es wollte gar nicht aufhören und die Stimmung trübte sich. Wir fahren doch in die Sonne, was denkt sich Meister Wetter eigentlich? Auch bei der Ankunft donnerte der Regen auf den See nieder, die Aussicht war durch Wolken gedämmt. 

 

 

Glücklicherweise beschränkte sich das schlechte Wetter auf den Ankunftstag, was zwar die Fahrt anstrengend machte, die Entschädigung dafür aber umso größer war: Fünf Tage purer Sonnenschein erwartete uns. 

 

Unser Ziel war Cannero Riviera an der westlichen Seite des Sees, kurz hinter der Grenze zur Schweiz. Und auch wenn der Lago Maggiore noch mitten in den Alpen liegt und zur Hälfte in der Schweiz, kommt in Cannero ein richtig mediterranes Flair auf. Der Ort ist durchzogen von schmalen Gassen, in denen man gemütliche Pizzerien, italienische Eisdielen und kleine Bäckereien findet und an der Seepromenade machen die Restaurants echt was her. 

Die Landschaft um Cannero herum ist natürlich auch nicht zu verachten. Es gibt unglaublich viele Wanderwege für unterschiedlichste Niveaustufen, die alle Anstrengungen mit Panoramaausblicken über den Lago belohnen. Heute möchte ich mit euch meine Top 3 teilen: 

 

1. Von Cannero Riviera nach Cannobio und mit der Fähre zurück

 

Diese Wanderung hält ein paar Anstiege bereit und wenn die Sonne ihr übriges tut, kommt man doch ziemlich ins Schwitzen. Der Weg geht am Hang entlang, so dass man stets in einer super Höhenlage über den See blicken kann. Nachdem man Cannero verlassen hat, biegt man in Richtung Wald und Berg ab, von wo aus es dann einige Kilometer bergauf geht. Man erreicht das mittelalterliche Dorf Carmine superiore, wo die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Es gibt eine alte Kirche, die man besichtigen kann. Hier finden sich dann auch alle Wanderer, die an diesem Tag unterwegs sind - von denen man während dem Marsch selbst allerdings gar nichts mitbekommt. Danach geht es wieder bergab und es dauert gar nicht mehr so lang, bis man den malerischen Ort Cannobio mit der sehenswerten Uferpromenade erreicht. Mein Tipp: Sich in Cannobio mit einer leckeren Pizza und anschließend einem Eis für den Hike belohnen!

An der Uferpromenade legen regelmäßig Fähren ab, die nach einem Stop am gegenüberliegenden Ufer nach Cannero fahren. Wer sich also von der Wanderung erholen möchte, nimmt einfach das Schiff für den Rückweg! 

 

Strecke: 7,8 Kilometer

Höhenmeter: 420 bergauf, 420 bergab

Gehzeit: 2,5 Stunden

 

 

2. Von Cannero Riviera nach Oggiogno und Donego

 

Dieser Rundgang ist sehr einfach und super, um die Gegend kennenzulernen und die Aussichten zu genießen. Es geht von Cannero aus etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde recht steil bergauf, man legt 200 Höhenmeter zurück, bis man das Dorf Oggiogno erreicht. Hier gibt es sogar eine kleine Sehenswürdigkeit, eine alte mechanische Weinpresse wird in einem steinernen Gebäude ausgestellt. Der Weg führt weiter nach Donego, es geht ein bisschen bergab, so dass die Wanderung nun eher ein Spaziergang ist. Für ein bisschen Bewegung und tolle Blicke über den See auf jeden Fall lohnenswert! 

 

Strecke: 5,4 Kilometer

Höhenmeter: 487 bergauf, 487 bergab

Gehzeit: 2,5 Stunden

 

 

3. Von Cannero Riviera zum Cima di Morissolo und zurück

 

Die mit Abstand schönste, aber auch anstrengendste Wanderung führt auf den Gipfel Cima di Morissolo. Die Bergspitze liegt auf 1.311 Meter, von Cannero aus sind es also 1.086 Höhenmeter bergauf. Wir starteten früh morgens, da es warm werden sollte und wir die morgendliche Frische nutzen wollten. Den ersten Teil des Weges kannten wir bereits: Wir gingen Richtung Oggiogno. Von hier aus führt der Weg allerdings weiter bergauf, es wird ziemlich steil, bis zur Alpe Ronno. Hier wurden wir von ein paar Eseln freudig begrüßt, auch ohne dass wir ihnen ein Mittagssnack mitgebracht hatten! 

Der Weg führt hauptsächlich durch den Wald, so wurden wir immerhin nicht von der Sonne weiter aufgeheizt. Lediglich für das letzte Stück ließen wir die Bäume erstmal hinter uns und ein unglaublicher Ausblick über den See erwartete uns. Faszinierend ist auch hier wieder einmal, wie sich die Vegetation verändert, je mehr Höhenmeter man erklimmt. Während man in Cannero noch von Palmen und bunt blühenden großen Blüten umgeben ist, sieht man oben ganz andere Bäume und fühlt sich wieder mehr wie in den Alpen. Wir erkämpften uns noch die letzten Meter, die es nur noch geradeaus ohne Steigung weiterging, um auf einer kleinen Wiese Platz zu nehmen und unsere Sandwiches auszupacken. Bei der kurzen Verschnaufpause genossen wir den phänomenalen 360-Grad-Panoramablick - auf der einen Seite schneebedeckte Alpengipfel, auf der anderen Seite Sicht bis zum südlichen Ende des Lago. Dafür lohnt sich die Anstrengung! 

 

Der Rückweg führt zunächst über den gleichen Weg ins Tal. Kurz bevor wir wieder in Oggognio waren, bogen wir dann aber nochmal ab und folgten dem Weg Richtung Donego. So konnten wir auf dem Rückweg nochmal ein paar andere Blickwinkel genießen. 

 

 

Strecke: 13,5 Kilometer

Höhenmeter: 1.086 bergauf, 1.086 bergab

Gehzeit: 6-7 Stunden

 

 

Habt ihr auch schon mal die Dolce Vita am Lago Maggiore erlebt? Welche Hiking-Touren könnt ihr empfehlen? 

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